1. November 2012 - Iman Rezai startet virtuellen Krieg
Der Künstler Iman Rezai hat die Internetseite der Neuen Nationalgalerie Berlin gehackt. Er hat sich die Plattform zueigen gemacht und startet eine virtuelle Kunstaktion, "einen Cyber-Krieg".
Hierbei möchte er prüfen, ob die großen staatlichen Kunsthäuser und deren Betreiber offen für die Kunst sind. "Kunst kennt keine Grenzen, das wissen wir.", sagt Rezai. Aber wie reagieren die Betreiber, wenn ein Künstler sich einer zeitgenössischen Kunstplattform bedient?
"Künstler sollten die Plattform wählen, die ihnen als Leinwand gefällt." Rezai nutzt das Internet als Farbe, die Website der Neuen Nationalgalerie in Berlin ist in diesem Experiment die Leinwand, auf der er malt. Es entsteht dabei ein gesellschaftskritisches Bild, ausgeführt in der Kunst frei zu denken und sich zu eigen zu machen, was für die Ausführung nötig und möglich ist.
Ein virtueller Krieg mit Waffen, die auch von der Gegenseite genutzt werden. Betreiber der Neuen Nationalgalerie Udo Kittelmann zeigt sich als Nutzer und Kenner der virtuellen Welt. Er nutzt das Auktionsportal Ebay, um an neue Kunst zu kommen, die er durch Ausstellungen in seiner Galerie einer enormen Wertsteigerung unterzieht.
Iman Rezai lud unter der Email-Adresse der Neuen Nationalgalerie zu seiner kommenden Ausstellung zu dem Thema "Die performative Postmoderne als Ausdruck moderner Austerität im Zeitalter der Prekarisierung" ein.
Ist die Ausstellung, die am Ende steht, der Siegeszug des virtuell Erbeuteten?